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Rechtsfälle - Kannibalismus

Der wohl bekannteste Kannibale in der deutschen Rechtsgeschichte dürfte der aus Hannover stammende Fritz Haarmann sein. Bisher wurde nie geklärt, ob Haarmann, der gelernter Fleischer war, seine Opfer selbst gegessen hat oder sie ausschließlich als Dosenfleisch verkaufte. Dieser spektakuläre Kriminalfall wurde unter dem Titel "Der Totmacher" mit Götz George verfilmt.

Ein ebenfalls zu sehr zweifelhafter Berühmtheit gelangter Kannibale war der Serienmörder Joachim Kroll. Er verübte seine Taten in der Mitte der 60-iger Jahre des 20. Jahrhunderts. Von der Polizei wurde Kroll auf frischer Tat ertappt, er war gerade dabei sich die Hand seines letzten Opfers zum Verzehr zuzubereiten. Im Jahre 1992 wurde der Russe Andrei Tschikatilo als das "Monster von Rostow" bekannt. Er beging 52 Morde, vor allem an Frauen und Kindern, welche er teilweise aufgegessen hat.

Kannibale
Foto: de.wikipedia.org || public domain

In Kasachstan wurden im Oktober 2001 zwei Männer zum Tode verurteilt, weil sie sieben junge Prostituierte ermordet hatten. Das Fleisch der getöteten Frauen aßen sie selbst oder boten es nichts ahnenden Verwandten an.

Ein weiterer Fall von Kannibalismus wurde im Jahr 2002 im Rheinland aufgedeckt. Hier hat ein 21-jähriger Elektriker die Tat begangen und kam als Kannibale von Koblenz in die Schlagzeilen. Dem Mann wird vorgeworfen seine Cousine umgebracht zu haben. Bei einer Durchsuchung der Wohnung fand die Polizei Teile der bereits zubereiteten Leiche im Backofen des mutmaßlichen Täters. Der Mann bestreitet jedoch bis heute diese Tat begangen zu haben. Einige Leichenteile wurden nie aufgefunden, was die Ermittlungsbehörden zu der Annahme veranlasst, dass diese bereits verspeist wurden.

Im Jahr 2003 wurde wieder ein aufsehenerregender Fall von Kannibalismus in Deutschland bekannt. Der in Berlin lebende Bernd Jürgen Armando Brandes hatte auf eine Anzeige im Internet geantwortet und stellte sich selbst als Opfer für ein kannibalisches Essen zur Verfügung. Der Kannibale war der aus Rotenburg stammende Armin Meiwes. Mit der Einwilligung des Berliners hat Meiwes ihn nach eigener Aussage (bereits 2001) vor laufender Kamera getötet und Teile seines Körpers gegessen. Meiwes wurde in einem Gerichtsprozess zu einer lebenslangen Freiheitsstrafe wegen Mordes und Störung der Totenruhe verurteilt. Bis heute gibt es in Deutschland kein Gesetz, was den Kannibalismus verbietet.

Durch einen Zufall wurde im Jahr 2007 ein Fall von Kannibalismus in Tschechien bekannt. Eine Familie, die der Sekte Gralsbewegung angehört, folterte ihre beiden Söhne im Keller. Den Kindern wurde Fleisch abgeschnitten und eines der Kinder wurde teilweise gehäutet um es anschließend zu verspeisen.